SAP ArchiveLink

SAP ArchiveLink: Sichere und rechtskonforme Archivierung in SAP

Wenn im Audit eine Rechnung inklusive Nachweisführung gefordert wird, zählt eines: Sie müssen das Dokument im Kontext des Belegs sofort öffnen können – ohne „Suchreise“ durch E-Mails, Fileshares oder Schattenablagen. Gleichzeitig möchten Sie Ihr SAP-System stabil halten: Datenbankwachstum, lange Backup-Fenster und Performance-Probleme entstehen oft genau dann, wenn Dokumente falsch oder zu umfangreich in SAP abgelegt werden.

SAP ArchiveLink ist Ihr SAP-Standardweg aus dieser Zwickmühle. Sie verknüpfen Anwendungsbelege mit archivierten Dokumenten so, dass der Zugriff langfristig gewährleistet ist – direkt aus dem Beleg heraus und zusätzlich über die Attributsuche, wenn Sie diese benötigen. In diesem Artikel erhalten Sie die Einordnung, die Architektur, das Setup (OAC0/OAC2/OAC3), die wichtigsten Transaktionen & Tabellen sowie Best Practices, die in Projekten tatsächlich funktionieren.

 

Jetzt Kontakt aufnehmen!

 

Das Wichtigste auf einen Blick

  • SAP ArchiveLink ist der integrierte SAP-Service, der Belege mit archivierten Dokumenten verknüpft – SAP hält die Verknüpfung, das Archiv hält das Dokument.

  • Sie richten SAP ArchiveLink im Kern über OAC0 (Repository), OAC2 (Dokumentarten) und OAC3 (Objektverknüpfung) ein.

  • Sie skalieren besser, wenn Sie mehrere Content-Repositories sinnvoll nach Aufbewahrungsfristen oder Prozessdomänen strukturieren (statt „ein Repository für alles“).

  • Dokumentenarchivierung (Belege/Dokumente) ist etwas anderes als Datenarchivierung (Archivdateien über SARA) – sowohl technisch als auch organisatorisch.

  • In S/4HANA On-Premise und Private Cloud bleibt ArchiveLink ein gängiger Standard; in Public-Cloud-Szenarien spielen häufig alternative Content-Integrationen (z. B. CMIS-basierte Ansätze) eine Rolle.

 

 

Einordnung: Warum SAP ArchiveLink heute unverzichtbar ist

Sie möchten zwei Dinge gleichzeitig erreichen: Compliance einhalten und Ihren Betrieb stabil halten. Das kollidiert, wenn Dokumente entweder nicht sauber auffindbar sind oder Ihr SAP-System durch Dateiinhalte unnötig wächst.

SAP ArchiveLink bringt Ordnung: Sie erhalten eine eindeutige, technische Verknüpfung zwischen Beleg und Dokument – und damit einen stabilen Zugriff aus dem Prozess heraus. Das spart zeitaufwendige Workarounds (Kopieren, Suchen, Abgleichen) und schafft Nachvollziehbarkeit im Audit.

Praktisch bedeutet dies: Sie entkoppeln das Dokumentenwachstum vom ERP-Kern. Das ist besonders wertvoll, wenn Sie S/4HANA-Transformationen, Carve-outs, globale Rollouts oder stark wachsende Dokumentvolumina managen müssen.

 

 

Funktionsweise & Architektur der SAP ArchiveLink-Schnittstelle

Die Architektur ist bewusst einfach gehalten, da sie langfristig tragfähig sein soll:

  • Sie haben ein Business-Objekt in SAP (Beleg, Vorgang, Geschäftspartnerbezug).

  • Sie haben ein Dokument im externen Repository (Archivsystem).

  • SAP speichert eine Verknüpfung, die beide Welten eindeutig zusammenbringt.

Dabei wird beides eindeutig identifiziert:

  • Business-Objekt: Mandant, Objektart/Business-Objekttyp, Objekt-ID

  • Dokument: Repository-ID und Dokument-ID

Praxisnutzen:

  • Direkter Zugriff aus dem Beleg heraus, ohne Medienbruch

  • Optionale Attributsuche (je nach Szenario und Viewer/Integration)

  • Mehrfachreferenzen: Ein Dokument kann an mehrere Objekte gehängt werden – oder mehrere Dokumente an einem Objekt

Das ist der Kern moderner Dokumentenarchivierung in SAP: SAP bleibt führend für Prozessdaten, das Archiv für Storage, Aufbewahrung und Unveränderbarkeit.

 

Technische Einrichtung: OAC0, OAC2, OAC3 im Detail

 

Hier definierst du, wo die Dokumente gespeichert werden.

  • Repository-ID (2 Zeichen)

  • Ablagetyp: HTTP Content Server

  • Serveradresse, Port, Script

  • HTTP/HTTPS-Konfiguration

Eine Dokumentart definiert, was archiviert wird.

  • Technischer Schlüssel

  • Bezeichnung

  • MIME-Type

  • Aktivstatus

Hier wird der SAP-Beleg mit der Dokumentart und dem Repository verbunden.

  • Objekttyp (z. B. BUS2012, BUS2081)

  • Dokumentart

  • Repository

  • Verweilzeit

  • Verknüpfungstabellen (TOA01/TOA02/TOA03)

Nach dieser Einrichtung ist SAP ArchiveLink technisch einsatzbereit.

 

Wichtige SAP ArchiveLink Transaktionen & Tabellen

Transaktionen

Zweck Transaktion
Repository anlegen

OAC0

Dokumentarten definieren OAC2
Verknüpfungen anlegen OAC3
Dokumentanzeige OAAD, FB03, ME23N, VA03
Barcode-Verarbeitung OAM1, OAWF
Archivläufe SARA

 

Tabellen

Zweck Tabelle
Dokumentenverknüpfung

TOA01 / TOA02 / TOA03

Repository-Einstellungen TSO01
Dokumentenheader SDOKPHCL
Dokumenteninhalt SDOKCONT1

 

 

Best Practices für eine erfolgreiche Archivierung

Dank unserer Erfahrung aus zahlreichen Projekten empfehlen wir folgende Erfolgsfaktoren:

1. Archivarchitektur strategisch planen

Für Enterprise-Volumes empfiehlt sich ein professionelles Archiv wie OpenText.

2. Dokumentarten und Repositories klar strukturieren

Ordnung schafft Skalierbarkeit.

3. Automatisierte Ablage nutzen

Rechnungen, Systemdokumente, Drucklisten – alles automatisierbar.

4. Frühzeitig testen

Archivzugriff, Performance, Wiederherstellung – alles sollte gründlich geprüft werden.

5. Langfristige Erweiterbarkeit berücksichtigen

Archive wachsen – ein späterer Umzug oder Ausbau sollte einkalkuliert sein.

FAQ zu SAP ArchiveLink

 

SAP ArchiveLink ist die offizielle SAP-Schnittstelle zur revisionssicheren Dokumentenarchivierung. Sie verbindet SAP-Belege mit extern gespeicherten Dokumenten und sorgt dafür, dass diese langlebig und gesetzeskonform abgelegt werden.

Die grundlegende Einrichtung erfolgt in drei Schritten:

  1. Repository anlegen (OAC0)

  2. Dokumentarten definieren (OAC2)

  3. Verknüpfung SAP-Objekt ↔ Dokumentart ↔ Repository (OAC3)

Voraussetzung ist ein zertifizierter HTTP Content Server.

Der Dokumenttyp wird in OAC2 festgelegt. Er definiert, wie das Dokument klassifiziert wird (z. B. Rechnung, Lieferschein, HR-Akte) und welchen MIME-Type es besitzt.

Die zentrale Transaktion zur Anzeige ist OAAD.
Weitere Anzeigeoptionen:

  • FB03 (Rechnungen)

  • ME23N (Bestellungen)

  • VA03 (Verkaufsbelege)

Ja, ArchiveLink ist integrierter Bestandteil von S/4HANA – On-Premise und in Public/Private Cloud-Szenarien. Archivmigrationen laufen mittlerweile standardisiert.

Ja, sofern das Archivsystem die ArchiveLink-Schnittstelle per HTTP/HTTPS unterstützt (z. B. OpenText Cloud Archive).

Über:

  • Verknüpfungstabellen (TOA01/TOA02)

  • Anzeige über OAAD oder ME23N/FB03

  • Archivserver-Logs

  • Testaufrufe aus dem SAP-Prozess

Archivierte Dokumente sind temporär nicht abrufbar. Deshalb empfehlen wir ein Monitoring – idealerweise automatisiert über SAP CALM oder OpenText Monitoring.

Verwandte Themen

 

OpenText Lösungen

OpenText Lösungen

Enterprise Content Management & digitale Archivierung

OpenText unterstützt Unternehmen dabei, Informationen sicher zu verwalten, Prozesse zu automatisieren und Compliance-Anforderungen zuverlässig zu erfüllen.





SAP ArchiveLink & DVS

SAP ArchiveLink & SAP DVS

Revisionssichere Dokumentenverwaltung im SAP-Umfeld

ArchiveLink und SAP DVS bilden das Fundament für professionelles Dokumentenmanagement in SAP ECC und SAP S/4HANA.





SAP Entwicklung, Apps & Portale

SAP Entwicklung, Apps & Portale

Individuelle SAP-Lösungen für Ihre Prozesse

Wir entwickeln moderne SAP-Anwendungen auf Basis von SAP Fiori, SAP BTP und Cloud-Technologien – exakt abgestimmt auf Ihre Anforderungen.





NEHMEN SIE JETZT KONTAKT MIT UNS AUF!